Flieg', Volvo flieg'

Die Schweden haben ja durchaus Sinn für Wortwitz, wenn es an Crashtests geht. Wir schlagen dann mal vor, den neuen Run-off-road-Test einfach mal Ufo-Test zu nennen. Warum? Schauen Sie selbst.

In Schweden waren sie auch schon einmal kreativer, als es darum ging, einen Crashtest zu taufen. Das Wprt Elchtest steht bis heute zum Beispiel für das größte anzunehmende PR-Desaster, das einem neuen Automobil widerfahren kann. Böse Münder können jetzt ja behaupten, die Schweden hätten damals diesen Test überhaupt nur erfunden, um einem schwäbischen Hersteller von Luxuslimousinen vorzuführen. Was erstens so nicht bestätigt werden kann, und zweitens von mangelnder Weitsicht der Tester zeugen würden, lässt, was ein deutscher Automobilkonzern sein will, so etwas nicht auf sitzen, und schon mal gar nicht, wenn er aus dem Schwabenland stammt. Wir sagen nur ESP. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Hier soll es um einen Graben gehen. Solch einen Graben, der in der Lage ist, ein mehr als zwei Tonne schweres Fahrzeug in die Luft zu katapultieren. Den hat Volvo nämlich dazu benutzt, um seinen Run-off-Road-Crash-Test in die Tat umzusetzen. Der geht wie folgt: Ein Auto kommt mit achtzig Sachen von der Straße ab, taucht durch einen Graben, hebt dann ab, um in einer nachfolgenden Böschung aufzuschlagen. Ausgeführt wurde der Test vor Publikum mit einem neuen XC90 T6. Am Steuer saß Thor, ein Dummy mit der Statur eines durchschnittlichen Mannes, der Beifahrer names H3 50% war von gleicher Statur, und auf dem rechten Hintersitz nahm Q1.5 in einem Kindersitz für Eineinhalbjährige Platz.

Das Ergebnis: »Wir können die vertikalen Kräfte, die auf die Passagiere einwirken, um bis zu ein Drittel verringern«, führt Lotta Jakobsson, Senior Technical Specialist Safety im Volvo Cars Safety Centre, aus. »So können wir das Risiko ernsthafter und besonders häufiger Wirbelsäulenverletzungen in diesen Situationen beträchtlich verringern.« Voraussetzung dafür ist das »Run off Road« Sicherheitssystem, das mittels ausgeklügelter Sensoren feststellt, wenn das Auto von der Straße abkommt, darauf die Gurte strafft und der Sitz sich so verformt, dass er die beim Aufprall auftretenden Kräfte bestmöglich absorbieren kann. Für Volvo ist das ein Schritt in Richtung seiner Vision 2020 - und die heißt: Es soll kein Mensch mehr in einem Volvo umkommen oder schwer verletzt werden.

Sehr schön. Begrüßen wir sehr. Nur hadern wir, wie eingangs erwähnt, noch mit dem Namen des Crashtests. »Durch-den-Graben-Test« mag vielleicht der Realität entsprechen, ist aber, nun ja, ein wenig sperrig. Wir würden da den »UFO-Test« durchaus vorziehen, weil er so schön fliegt, der Volvo. Für diejenigen, die es gerne etwas schwedischer mögen, hätten wir noch den »Flying Elk« im Angebot. Weitere Vorschläge sind willkommen.

 

 


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